⁥"Wir haben keine eigenen Zahlen"⁥

19.09.2026

Oberbürgermeister Stephan Retter beantwortet CDU-Anfrage zu leerstehenden Wohnungen in Mühlacker -. OB verneinte die Frage des Fraktionssprechers, ob sich aus der Zahl, der während der hohen Flüchtlingszahlen vom Jahr 2015 an der Stadt angebotenen leerstehenden Wohnungen Rückschlüsse auf den Bestand ziehen lassen

Mühlacker. Immer wieder Thema in kommunalpolitischen Debatten um den Bedarf an neuem Wohnraum, so auch bei der aktuellen Bürgerbeteiligung für das Integrierte Stadtentwicklungsprogramm (Isek) wie am Mittwochabend in Lienzingen: Die Zahl leerstehender Wohnungen – bevor neue gebaut werden, sollten lieber die nicht bewohnten genutzt werden, so die Argumente. Aber wie viele stehen tatsächlich leer? 

Der Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion, Günter Bächle, wollte dies von der Verwaltung wissen. Wie Oberbürgermeister Stephan Retter auf diese Gemeinderatsanfrage antwortet, erhebt die Stadt Mühlacker selbst nicht die Anzahl leerstehender Wohnungen, sondern bezieht die Zahlen aus dem Zensus 2022: Demnach waren am Stichtag (15. Mai 2022) in Mühlacker 648 leerstehende Wohnungen bei vorhandenen 12.214 Wohnungen erhoben worden.

Damit lag die Leerstandsquote bei 5,3 Prozent, zitiert Günetr Bäöchkle in einer Mitteilung aus der Antwort. Landesweit liege die Quote bei etwa 4,2 bis 4,3 Prozent. „Die Leerstandzahlen bedürfen allerdings einer genauen Betrachtung“, so Retter. Nicht jede dieser leerstehenden Wohnungen sei sofort auf dem Markt verfügbar. Rund die Hälfte des Leerstands betreffe Wohnungen, die länger als ein Jahr leer stünden. Als Gründe nennte Retter geplante Sanierungen, Abrisse oder weil die Immobilie bereits verkauft sei oder sich im Übergang befinde. „Ein erheblicher Teil war oder wird jedoch kurzfristig wieder am Markt verfügbar - Fluktuationsreserve oder marktbedingter Wechsel.“

Der OB verneinte die Frage des Fraktionssprechers, ob sich sich aus der Zahl, der während der hohen Flüchtlingszahlen vom Jahr 2015 an der Stadt angebotenen leerstehenden Wohnungen Rückschlüsse auf den Bestand ziehen lassen. In den Spitzenzeiten sind der Stadt, wie Bächle erfuhr, 45 Wohnungen der Stadt angeboten worden.

Gleichzeitigt beschäftigte den Stadtrat in seiner Anfrage, was die Stadt tun könne, um mehr leere Wohnungen Privater in die Nutzung zu bringen. Der CDU-Kommunalpolitiker verweist auf die Stadt Landau, die leerstehenden Wohnungen den Kampf angesagt habe. Aktuell stünden in der pfälzischen Stadt 715 Wohnungen leer.“ Er wollte nun wissen, ob die Mühlacker Verwaltung die Satzung gegen den Wohnungsleerstand in Landau bekannt sei, die im Januar 2024 in Kraft getreten sei – die "Zweckentfremdungsverbotssatzung“. Nachdem auch das Land Baden-Württemberg seinen Kommunen die rechtliche Basis verschafft habe für solche Satzungen, interessierte ihn die Position der Stadtverwaltung in diesem Punkt.

Der Verwaltung wisse von mehreren Städten, die über Zweckentfremdungsverbotssatzungen verfügen, zum Beispiel Konstanz, Freiburg, Tübingen, Heidelberg, Mannheim und Stuttgart, antwortete Retter. In der Einwohner-Größe von Mühlacker sei nur die Stadt Überlingen bekannt.

Die Städte mit entsprechender Satzung berichten, so der Verwaltungschef, über „eine Ressourcenbindung in der Verwaltung bei der Durchsetzung des Zweckentfremdungsverbots“. Auch gebe es immer wieder Klagen dagegen. Das OB-Fazit: Eine Notwendigkeit einer Zweckentfremdungsverbotssatzung für die Stadt Mühlacker wird nicht gesehen.

 

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