05.05.2026
„Der gemeinsame Termin und der damit verbundene Gedankenaustausch hat sich auch für unsere kreispolitische Arbeit gelohnt“, so das Fazit des Vorsitzenden der Kreistagsfraktion, Günter Bächle (Mühlacker)
Enzkreis/Pforzheim. Im Rahmen der jüngsten Fraktionssitzung der CDU im Kreistag präsentierte die Wirtschaftsförderung des Landkreises ihre aktuellen Handlungsfelder und strategischen Herausforderungen. Ziel des Austauschs war es, die Arbeit der von Jochen Enke geleitete Stabsstelle transparenter zu machen und den Dialog mit dem Kreistag zu intensivieren. „Der gemeinsame Termin und der damit verbundene Gedankenaustausch hat sich auch für unsere kreispolitische Arbeit gelohnt“, so das Fazit des Vorsitzenden der Kreistagsfraktion, Günter Bächle (Mühlacker). „Wir haben dazugelernt und wollen den Kontakt mit Enke pflegen.“
Die solide Ausgangslage, aber auch die strukturellen Herausforderungen im Blick habe die Wirtschaftsförderung des Enzkreises, so Enke, im Blick. Der Enzkreis profitiere derzeit von einer stabilen wirtschaftlichen Basis: Mit rund 58.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, etwa 4.200 Betrieben und einer Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent steht der Landkreis laut Enke gut da. Die Gefahr bestehe im "stillen Strukturwandel - dem schleichenden Verlust an Substanz trotz Vollbeschäftigung aufgrund struktureller Probleme und Trends, die von konjunkturellen Problemen überschattet werden.“ Die Transformation in der Automobilindustrie, die Digitalisierung, demografische Entwicklungen und die Abhängigkeit von der Metallverarbeitung würden frühzei-tiges und strategisches Handeln erfordern.
Praktische Unterstützung und strategische Weichenstellungen
Die Wirtschaftsförderung versteht sich eigenen Aussagen zufolge als praxisnaher Partner und Kümmerer der Unternehmen vor Ort – von der Begleitung bei Umstrukturierungen über die Vermittlung von Fördermitteln bis hin zur Erschließung neuer Märkte. Diese Unterstützungen erfolgen dann, so der Wirtschaftsförderer des Landkreises laut CDU-Mitteilung, aus dem Netz-werk-Portfolio der Wirtschaftsförderung, zum Beispiel aus dem Hochform Cluster, dem Zentrum für Präzisionstechnik oder der Hochschule Pforzheim. „Zugleich wurden dringende strategische Handlungsfelder identifiziert, um die Zukunftsfähigkeit der Region zu sichern: die gezielte Ansiedlung zukunftsfähiger Unternehmen, Flächenknappheit und die Notwendigkeit einer regionalen Gesamtstrategie.“ Künftig soll im weiteren Austausch über Möglichkeiten diskutiert werden, die Wirtschaft auf diesem Weg wirkungsvoll zu unterstützen. Möglicherweise könne ein Wirtschaftsbeirat auf Kreisebene dazu beitragen.
Dialog als Grundlage für Zukunftsfähigkeit
Der Austausch mit den Fraktionen des Kreistags empfindet Enke als einen wichtigen Bestandteil der Arbeit. Nur durch enge Abstimmung und gemeinsames Verständnis könnten die richtigen Weichen für die wirtschaftliche Zukunft des Enzkreises gestellt werden. Professionelle Wirtschaftsförderung sei eine Investition in die künftige Wettbewerbsfähigkeit und Steuerkraft der Region, die mit allen Stakeholdern frühzeitig abzustimmen sei.
In der Gesprächsrunde ließ die Unionsfraktion erkennen, dass das Miteinander der Stabsstelle mit dem Landrat und der Verwaltung, durch die mit dem Kreistag ausgebaut werden sollte, sagte Kreisrat Michael Steiner, Bürgermeister der Gemeinde Birkenfeld. Eine im Kreisparlament geführte kontroverse Debatte wegen des Förderantrags "strategische Regionalentwicklung (RegioStrat)" des Bundes, den die Wirtschaftsförderung kurzfristig auf den Weg habe bringen wol-len, habe allen Beteiligten gezeigt, wie wichtig es sei, frühzeitig in solche Gespräche einzutreten, so Kreisrat und Bürgermeister Mario Weisbrich (Wimsheim). „Eine Lehre, die daraus gezogen wurde, auch wenn der Zuschussantrag vom Bund abgelehnt worden ist“, so Enke,