Ziegeleiareal: Noch ein bisschen Geduld bitte

20.06.2018

Lokaltermin der CDU-Gemeinderatsfraktion mit Bürgermeister Winfried Abicht und interessierten Bürgern – Weichenstellung noch vor der Sommerpause

Auf der bis Ende 2018 an Koramic vermieteten Fläche: Bürgermeister Winfried Abicht (Dritter von links), rechts von ihm Fraktionsvorsitzender Günter Bächle sowie die Stadträte Bernd Obermeier und Wolfgang Schreiber, links Stadtrat Dr. Ulrich Steigerwald.zoom
Auf der bis Ende 2018 an Koramic vermieteten Fläche: Bürgermeister Winfried Abicht (Dritter von links), rechts von ihm Fraktionsvorsitzender Günter Bächle sowie die Stadträte Bernd Obermeier und Wolfgang Schreiber, links Stadtrat Dr. Ulrich Steigerwald.

Mühlacker. Noch vor der Sommerpause wird der Mühlacker Gemeinderat entscheiden, ob die Stadt das ihr seit einem halben Jahr gehörende frühere Ziegeleiareal in Teilstücken an Investoren veräußert, kündigte Bürgermeister Winfried Abicht am Dienstagabend an. Bei einem öffentlichen Lokaltermin der CDU-Gemeinderatsfraktion mit interessierten Bürgern machte er deutlich, dass erst nach einer solchen Weichenstellung für das gut 20 Hektar große Gebiet in die eigentlichen Verhandlungen eingetreten werden könne. Als Alternative für eine Direktvergabe sei eine Projektgesellschaft mit Partnern denkbar, ergänzte Fraktionsvorsitzender Günter Bächle. Der Stadtverwaltung fehlten die Kapazitäten, selbst Erschließung und Vermarktung abzuwickeln. Abicht deutete an, dass die Verwaltungsspitze eine Direktvergabe favorisiere.

Seit sechs Jahren ist die Nutzung der Fläche der damals vom Ziegelhersteller Koramic aufgegebenen Produktion im Gespräch. Ursprünglich wollte der frühere Eigentümer das Projekt aus Wohnen und Handel selbst umsetzen und habe auch die Kosten des städtebaulichen Wettbewerbs 2015 getragen, erinnerte Abicht. Doch dann habe der Eigentümer befürchtet, dass sich auch wegen der Kosten des von ihm abgewickelten Rückbaus der Ziegelwerke seine Renditeerwartungen nicht erfüllen lassen und habe der Kommune die Fläche zum Kauf angeboten. Der Bebauungsplan sei noch nicht rechtskräftig, der Entwurf müsse den neueren Entwicklungen angepasst werden.

Bei der öffentlichen Fraktionssitzung machte Abicht deutlich, dass man noch Geduld haben muss. „Wann kann denn mit der Wohnbebauung begonnen werden, die ursprünglich für 2017/18 angekündigt war“, fragte CDU- Fraktionsvorsitzender Günter Bächle, der deutlich machte, dass seine Fraktion von einer frühzeitigeren Umsetzung der Pläne ausgegangen sei. Abicht: „In zwei Jahren, wenn alles gut läuft.“ Denn die Investoren drängten bei erfolgreichen Verhandlungen darauf, rasch beginnen zu können, solange die Kreditzinsen noch niedrig und die Wohnungsnachfrage vorhanden ist.

Allerdings, so Abicht, bestünden noch Mietverträge, die erst Ende 2018 auslaufen: für eine Halle, dem einstigen Mauerwerk, die noch abgebrochen werden muss, sowie einer Lagerfläche, auf der Koramic derzeit noch seine Ziegel vor allem an Handwerker aus der Region verkauft. Stadtrat Wolfgang Schreiber forderte, die Mieter frühzeitig zur termingerechten Räumung aufzufordern. Die erste Maßnahme sei, so der Bürgermeister, das Bodenmanagement: Recyceltes Material werde auf den künftigen Wohnbauflächen aufgebracht, um eine einheitliche Stabilität und ein gleiches Höhenniveau zu schaffen. Denn dort fehle es an gewachsenem Boden, es seien Tongruben vorhanden gewesen, teilweise sei aufgefüllt worden. Vor dem Bodenmanagement sei notwendig, die gesamte Fläche frei zu räumen und zu entsiegeln. Das brauche seine Zeit. Beim Bodenmanagement werde auch ein Teil des auf Höhe der Ziegeleistraße auf Halde liegende Material eingebaut, ein weiterer Teil sei als Baumaterial gefragt und werde derzeit verkauft.

Zur Nutzung sagte Abicht, entlang der Ziegeleistraße entstehe Handel: Aldi, Edeka und ein Baumarkt sowie ein Parkdeck für Park-and-Ride (P+R). Das dem Gebäude mit dem Job-Center werde abgebrochen. Der frühere Eigentümer habe die Handelsflächen nur vermieten wollen, die Stadt werde sie verkaufen. „Wir wollen doch als Kommune keinen Baumarkt bauen.“ Im höher gelegenen Bereich zu Ulmer Schanz und Schönenberger Tal hin werde ein ruhiges und schönes, aber doch innenstadtnahes Gebiet mit 350 Wohneinheiten für etwa 500 Menschen entstehen – vor allem Ein- und Zweifamilienhäuser. Neu seien im östlichen Bereich Pläne für ein Pflegeheim als Ersatz für das Pflegeheim an der Erlenbachstraße – der interessierte Investor würde dort auch einen Kindergarten errichten sowie öffentlich geförderte Wohnungen im Geschosswohnungsbau. Die benachbarte Spedition bleibe, baue zur Grenze hin eine neue Halle, die auch den Lärmschutz „übernehme“.

Für die CDU-Fraktion ist es wichtig, so heißt es in einer Pressemitteilung, dass die gut 7,5 Millionen Euro, die sie für den Erwerb des Ziegeleigeländes bezahlt und aus der Rücklage genommen hat, wieder in die Stadtkasse zurückfließen – als wesentlicher Grundstock der Finanzierung einer neuen Stadthalle auf dem jetzigen Mühlehofareal.




 

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