Mit Münze oder Plastikchip auf den Friedhof

22.11.2020

Stadtverwaltung begründet Pfandsystem auf den Friedhöfen Sankt Peter, Lienzingen und Lomersheim bei Gießkannen – Anfrage aus der CDU-Gemeinderatsfraktion

Mühlacker. Die Beschwerden wegen der Regelung, dass ein Gebrauch von Gießkannen auf Friedhöfen wie in Lienzingen und Sankt Peter erst nach Auslösen durch ein Zwei-Euro-Stück möglich ist, griff in einer Anfrage der Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion, Günter Bächle auf. In der Antwort räumte jetzt die Stadtverwaltung ein, dass sie für dieses System in den vergangenen Jahren 10.000 Euro ausgegeben hat.

Das Pfandsystem gebe es nicht flächendeckend auf allen städtischen Friedhöfen. Vor sieben bis acht Jahren sei auf dem Friedhof St. Peter begonnen worden, sukzessive herkömmliche Gießkannenständer gegen Pfandstationen auszutauschen, so Oberbürgermeister Frank Schneider in seiner Antwort. Auf dem Friedhof St. Peter seien inzwischen alle Gießkannenstationen mit Pfandsystem – zirka 20 Stück - ausgestattet worden. Teilweise seien vom Bauhof vorhandene Stationen selbst umgebaut worden. In Lienzingen gebe es zwei Gießkannenstationen mit Pfandsystem, die übrigen seien ohne. In Lomersheim gebe es einen Ständer mit Pfandsystem. Alle sonstigen Gießkannenständer auf den städtischen Friedhöfen sind nach Angaben der Stadtverwaltung ohne Pfand.

Eine Station mit sechs Kannen kostet laut Stadtverwaltung etwa 580 Euro, eine Station mit acht Kannen 650 Euro. Insgesamt sind, so der OB, über die vergangenen acht Jahre etwa 10.000 Euro investiert worden.

Auf dem Friedhof St. Peter wurde das Pfandsystem eingeführt, da der Gießkannenschwund sehr groß war, steht nach Mitteilung der Fraktion in der Antwort an Stadtrat Bächle: „Es wurden jährlich zirka 100 Gießkannen entwendet. Diese waren entweder gänzlich verschwunden oder fanden sich im Winter beim Heckenschnitt in den Gebüschen wieder.“ Dort seien sie von Nutzungsberechtigten in den Hecken versteckt worden, um immer sofort eine Kanne griffbereit zu haben. Die so versteckten Kannen seien meist beschädigt gewesen und nicht wieder zu verwenden.

Auf den Stadtteilfriedhöfen habe es eher den Hintergrund, dass Gießkannenstationen sehr windexponiert stünden und die Kannen durch den Wind über die Wegeflächen beziehungsweise das Gelände verteilt worden seien. Oder aber die eine oder andere Station sei immer leer gewesen, weil die Kannen dort mitgenommen, aber an anderer Stelle stehengelassen worden seien. „Deshalb sind in den Stadtteilen auch nur vereinzelt Stationen mit Pfandsystem aufgestellt worden“, schreibt die Stadtverwaltung.

Eine Gießkanne kostet laut Stadtverwaltung etwa fünf Euro. Nicht vergessen werden dürfe hier der Aufwand für die Kontrollgänge, um nachzusehen, wo sich die verschwundenen Kannen auf dem Gelände des Friedhofs befinden - diese dann wieder an die Stationen zu bringen, um sie wieder für die Friedhofsbesucher zugänglich zu machen oder aber wieder Gießkannen zu beschaffen.

Auf dem St. Peter Friedhof funktioniere dies seit Jahren recht gut. Bei den Mitarbeitern auf den Friedhöfen kämen diesbezüglich keine Beschwerden an. Auf allen Supermarktparkplätzen habe sich dieses Modell etabliert – dies ist laut Stadtverwaltung „eine Sache der Gewohnheit“. Inzwischen sei es für jeden selbstverständlich eine Münze oder einen Plastikchip beim Einkauf für den Wagen dabei zu haben. Ein solcher Chip funktioniere auch bei den Gießkannenstationen.

Gießkannen an einer Pfandstation auf dem Friedhof Lienzingen.zoom
Gießkannen an einer Pfandstation auf dem Friedhof Lienzingen.
 

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