19.07.2026
OB antwortet auf Anfrage der CDU-Gemeinderatsfraktion – Bewohner von Bannholz Nord stören sich an dem Aussehen der Einzäunung
Mühlacker. Wie schön oder wie sollten Zäune gestaltet sein? Diese Frage stellte der Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion, Günter Bächle, kürzlich in einer Anfrage an die Stadtverwaltung. Beschwerden aus dem Wohngebiet Bannholz-Nord über einen als hässlich und dilettantisch empfundenen Holzzaun er-reichten ihn. Nachdem die benachbarten Stadtwerke glaubhaft versichert hatten, nicht verantwortlich zu sein, zeigte sich, dass die Verantwortlichen im Rathaus sitzen. Von dort erhielt Bächle eine aufklärende Antwort zu dem Hintergrund des Zauns, der Eidechsen schützen soll..
Laut Oberbürgermeister Stephan Retter steht der rohe Zaunpfosten mit Maschendraht im Zusammen-hang mit artenschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen (CEFs) auf dem Lärmschutzwall westlich des Bannholzes für das Gebiet Ziegelhöhe. "Artenschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen unterliegen einem Monitoring, bei dem Ökologen den Erfolg der Maßnahmen mehrmals im Jahr kontrollieren und jährlich darüber berichten", erklärte Retter. In Monitoringberichten wurden anthropogene Störungen festge-stellt, auf die reagiert werden musste. Daraufhin ergriff die Stadtverwaltung mehrere Maßnahmen.
Laut den Angaben des OB wurden im Herbst 2024 Informationsschilder aufgestellt, um sicherzustellen, dass die Lebensräume in Ruhe gelassen werden. Im Dezember 2024 informierte eine Pressemitteilung über die Artenschutzthematik, um die Bevölkerung für diese Maßnahmen zu sensibilisieren. Bei der Einwohnerversammlung Bannholz, Eckenweiher und Heidenwäldle im Jahr 2025 wurde ein Schreiben ver-teilt, in dem darauf hingewiesen wurde, dass die Fläche gegebenenfalls eingezäunt werden müsse.
„Das Aufstellen von Zäunen zum Schutz der Lebensräume möchten wir gerne vermeiden. Daher bitten wir darum den Lärmschutzwall nicht als Treffpunkt („Party-Location“) und zum dauerhaften Aufenthalt zu nutzen“, steht in dem Schreiben der Stadt. Insbesondere dürften die extra für die Eidechsen angeleg-ten Lebensrauminseln nicht betreten und verändert werden.
Der Hinweis fruchtete nicht, denn im Monitoringbericht 2025 des mit der Überwachung beauftragten Institut für Umweltstudien stehe: „Im Jahr 2025 wurde die Fläche dennoch stark frequentiert, erkennbar am weiterhin vorhandenen Müll. Wegen der anhaltend hohen Flächenfrequentierung wird empfohlen, den Zugang zur CEF-Maßnahmenfläche von der Danziger Straße aus zu erschweren (gegebenenfalls durch eine Abzäunung).“ Auch die Untere Naturschutzbehörde riet dazu, einen Zaun anzubringen, der das Betreten der CEF-Maßnahmenfläche von der Danziger Straße aus deutlich erschwert.
In ihrer Mitteilung zitiert die CDU-Fraktion aus der Antwort des OB, wonach die Stadt „aus diesem Grund kurzfristig handeln und einen Zaun errichten musste". Stephan Retter verteidigt den Zaun als Sofortmaß-nahme, der seinen Zweck erfüllt. "Es gibt bessere und schönere Zäune. Das Fahrradschloss ist für die Zu-gangskontrolle erforderlich", stellt der OB klar. Falls der Zaun länger bestehen muss, um die Schutzfunkti-on der Ausgleichsmaßnahmen aufrechtzuerhalten, wird er bei baulichen oder funktionalen Mängeln durch einen neuen, funktionalen und kostengünstigen Zaun ersetzt.
Stadtrat Günter Bächle findet die Geschichte hinter dem Zaun interessant. Wie so oft in solchen Fällen liege auch hier die Schönheit im Auge des Betrachters.