Brief brauchte elf Tage von Mühlacker nach Mühlacker-Lienzingen

25.02.2024

CDU-Stadt- und Kreisräte greifen nochmals Laufzeiten der Briefpost auf – Gesprächsangebot vor Ort angenommen

Mühlacker. „Mit jeder Veröffentlichung über Beschwerden wegen überlanger Laufzeiten von Briefen und den Antworten der DHL gehen weitere Klagen aus der Bevölkerung ein“, berichten die beiden CDU-Kreisräte Günter Bächle und Dr. Peter Napiwotzky. Das zeige, dass es sich hier um ein grundlegendes Problem handle. Nach einer erneuten Antwort des staatlichen Unternehmens bleiben die beiden Christdemokraten am Ball, auch wenn die Deutsche Post durchaus positiv reagiert habe auf die Vorhaltungen.
Im jüngsten erneuten Schreiben von Stadt- und Kreisrat Günter Bächle sowie dem CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Peter Napiwotzky an Martin Fichtner von der DHL-Group Süd in München wurden erneut Klagen aus der Bürgerschaft vorgebracht. Dazu gehörten, so die Mitteilung der CDU-Fraktion im Gemeinderat von Mühlacker, Fälle aus dem Stöckach, der Innenstadt und aus Lienzingen. Die Antwort von Fichtner:

Ortsteil Stöckach: Im Januar sei die betroffene Zustelltour an einzelnen Tagen übertragen worden Das habe er seinerzeit schon bestätigt. Fichtner weiter: „Im Februar war die Tour durchgehend besetzt. Bis auf vereinzelte Abbrüche gab es keine Rückstände.“ Die Tour sei umgestellt worden, so dass die Post im Stöckach seiner Ansicht nach nunmehr auch früher am Tag kommen sollte. „Insofern dürften aktuell keine Gründe zur Beanstandung vorliegen.“

Lienzingen: Das betreffe zwei Touren, die im Februar durchgehend besetzt gewesen seien. Mittlerweile lägen werktäglich nicht einmal mehr für jeden zweiten Haushalt Briefe vor. Diese Tendenz sei weiter fallend. Montags sei es besonders wenig, da samstags sehr wenig verschickt werde. Dass so der Eindruck entstehe, maximal dreimal die Woche Post zu erhalten, verwundere nicht. „Wir gehen davon aus, dass sich dieser Zustand Dank Digitalisierung weiter verschärfen wird.“

Martin Fichtner nannte als Beispiel der Online-Frankierung ein Schreiben seines Schornsteinfegers: Online-Frankierung am 22. Januar 2024, Kehrung am 16. Februar, Versand der Rechnung am 16. Februar, Rechnungseingang am 17. Februar. Das sei perfekt, sehe für den Laien allerdings wie eine sehr lange Laufzeit aus. Das führe schonmal zu Missverständnissen. „Wir können allerdings anhand unserer eigenen Codierung unten Details herauslesen. Aufgrund meiner gemachten Erfahrungen fordere ich von Petenten daher immer den Umschlag mit ein“, so der Regionale Politikbeauftragte Süd der DHL-Group.

Leider seien die beklagten Fälle sehr pauschal und könnten daher nicht konkret beantwortet werden, heißt es in seiner erneuten Antwort. Die beiden CDU-Kommunalpolitiker legten deshalb zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Gunther Krichbaum nach. Kreisrat Peter Napiwotzky wertete seinen Briefposteingang am vergangenen Samstag aus und kam zu folgenden Ergebnissen: Vormals letzte Zustellung sei am Freitag, 16. Februar, gewesen, dann erst wieder am 24. Februar. Da sei der Briefkasten wieder voll gewesen - nach acht Tagen 22 Sendungen, was er im Bild festhielt. Darunter habe sich auch der Brief einer Behörde befunden mit Datum vom 12. Februar, Frankatur auf dem Umschlag 13. Februar, angekommen am 24. Februar. Er hätte eigentlich bis 22. Februar bezahlen sollen. Seine Frage: Ersetze die Post den Säumnis-Zuschlag? „Es ging ja nur von Mühlacker nach Mühlacker-Lienzingen, also vier Kilometer in elf Tagen!!“
Die CDU-Gemeinderatsfraktion will auf jeden Fall das Angebot der DHL annehmen, sich selbst vor Ort ein Bild zu verschaffen.

Nach sieben Tagen erstmals wieder Post: 22 Briefe.zoom
Nach sieben Tagen erstmals wieder Post: 22 Briefe.
Online-Frankierung: Das Beispiel Schornsteinfeger.zoom
Online-Frankierung: Das Beispiel Schornsteinfeger.
 

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