CDU-Kreistagsfraktion im Gespräch mit den Spitzen des Verkehrsverbundes Stuttgart:
Fehlende Übergangstarife zwischen den Verbünden ein Dauerthema
 
Pforzheim/Enzkreis. Der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) wird die Kosten der Einführung eines Tagestickets, das nicht nur im Gebiet des Verkehrsverbundes Pforzheim/Enzkreis (VPE) und des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) gilt, sondern auch beim VVS, berechnen. Dies ist das Ergebnis eines Gesprächs, das die CDU-Fraktion im Kreistag des Enzkreises am Donnerstagabend mit VVS-Geschäftsführer Dr. Witgar Weber und seinem Abteilungsleiter für Tariffragen, Hans-Georg Glaser, im Pforzheimer Landratsamt führte.
 
Aufgabe eines Verbundes ist es, dass mit einem Fahrschein alle Verkehrsmittel benutzen werden können. Allerdings gibt es allein zwischen Karlsruhe und Stuttgart drei Verbünde, die teilweise keine Übergangstarife haben, so dass doch zwei oder drei Tickets für eine Fahrt notwendig werden, die auch zu Mehrkosten führen.
 
Die CDU-Kreisräte hatten bemängelt, bisher werde bei der Ausweitung des Regio-X-Tickets, eines 24-Stunden-Fahrscheins von KVV und VPE, vom Stuttgarter Verbund nur abgeblockt, ohne dass Kosten genannt würden, die entstünden, wenn es auch beim VVS gelten würde. Fraktionsvorsitzender und Landtagsabgeordneter Winfried Scheuermann (Illingen) sagte, erst wenn Zahlen auf dem Tisch lägen, könne der Enzkreis entscheiden, ob die „Sache für uns und andere bezahlbar oder zu teuer ist“. Weber sagte laut Pressemitteilung der CDU-Kreistagsfraktion, der Verkehrsverbund Stuttgart werde zu einem Teil von den Kommunen des VVS-Gebiets finanziert und diese achteten darauf, nicht für Leistungen zugunsten anderer bezahlen zu müssen. Seine Botschaft: Es müssten andere Kostenträger gefunden werden.
 
Der VVS habe nicht nur den VPE als Nachbarverbund, so Weber, sondern müsse auch die anderen angrenzenden Verbünde sehen. So reiche der Neckar-Alb-Verbund bis Ravensburg. Trotzdem würden die jahrelangen Bestrebungen fortgesetzt, praktikable Lösungen zu bekommen, so im Heckengäu. Glaser zeigte sich optimistisch, dass dort bei den Zeitkarten für den Schienenverkehr zum 1. Juni 2007 zur VVS-Karte ein verbilligtes VPE-Zusatzticket erworben werden kann, so dass die Fahrgäste einen finanziellen Vorteil haben. Er hoffe, dass bis 2008 auch die Busverkehre einbezogen werden können.
 
Bei dem Treffen der CDU-Kreistagsfraktion mit den VVS-Vertretern war einziges Thema, Übergangstarife zwischen VPE und VVS zu schaffen. Scheuermann beklagte, dass dies inzwischen ein Dauerthema geworden sei. Glaser sagte, zwischen VVS und VPE-Gebiet gebe es werktäglich 4800 Fahrten, bei 800 Fahrten werde auf Straßenbahn, Stadtbahn oder Bus umgestiegen. Bei Fahrten auf der Schiene sei trotz Umstiegs oft kein zusätzliches Ticket nötig. Weil alle VVS-S-Bahn-Stationen oder die Universität Stuttgart mit der Deutschen Bahn erreichbar seien, reiche die DB-Karte.
 
Für die Tagesfahrten über die Verbundgrenzen biete sich, so Weber, das Baden-Württemberg-Ticket an, das für Bus und Bahn gleichermaßen gelte. Die CDU-Kreisräte sehen darin keine echte Alternative zu einem günstigen Regio-X-Ticket nach KVV-Vorbild. „Das Baden-Württemberg-Ticket ist teurer und man kann erst ab 9 Uhr damit fahren“, sagte die Heimsheimer Kreisrätin Christa Pfisterer. Regio-X sei für die Fahrgäste weitaus interessanter. Pfisterer setzte sich auch für Lösungen zugunsten von Zeitkarten-Inhabern ein, die – etwa im Bereich Mühlacker und Heckengäu – sowohl Bahn als auch Bus benutzen.
 
Dass der Karlsruher Verkehrsverbund weitaus einladender operiere als der Stuttgarter, sagte der Kreisrat Günter Bächle (Mühlacker). So werde am Bietigheimer Bahnhof und damit im VVS-Gebiet das Regio-X-Ticket für KVV- und VPE-Gebiet verkauft. Umgekehrt, so seine Forderung, müsse es wenigstens VVS-Fahrkarten am Bahnhof Mühlacker geben. „Wir sollten endlich vorankommen, die Menschen ärgern sich wegen fehlender Übergangstarife.“
 
(02.02.2007)