CDU-Kreistagsfraktion: Wir brauchen dringend Übergangstarife zu KVV und VVS

Enzkreis. Unzufrieden mit dem ihrer Auffassung nach eingetretenen Stillstand in den Gesprächen zwischen dem Verkehrsverbund Pforzheim/Enzkreis (VPE) und dem Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) wegen eines Gemeinschafts- oder zumindest eines Übergangstarifs zeigt sich die CDU-Kreistagsfraktion im Enzkreis. "Die Ablehnung der Ergebnisse durch den VPE kann nicht das letzte Wort sein", sagte Fraktionsvorsitzender und Landtagsabgeordneter Winfried Scheuermann.

Die CDU fordert von Landrat Karl Röckinger eine umgehende Berichterstattung im Kreistag und dem zuständigen Ausschuss, heißt es in einer Pressemitteilung der Fraktion. Der Abbau von Tarifhindernissen zwischen den Verbünden in den Räumen Karlsruhe und Stuttgart sowie der VPE sei für die Union ein Schwerpunktthema ihrer Arbeit. Ein Gemeinschaftstarif erfordere von beiden Seiten ein Geben und Nehmen.

Die Union hat den Eindruck, dass der VPE-Aufsichtsrat wegen ungenauer und nicht ausreichend verhandelter Details eines Gemeinschafts- oder Übergangstarifs zunächst abgeblockt hat. Aufgabe der Geschäftsführung wäre es aber, so die Fraktion, hieb- und stichfeste Zahlen vorzulegen. Bei den Mehrkosten von einer Bandbreite zu reden, die von 1,5 bis fünf Millionen Euro reiche, sei oberflächlich. Scheuermann: "Wir unterstützen nach wie vor alle Bemühungen, die zu einem Erfolg führen können, weil die VPE nur im Verbund mit dem KVV aus der Position der Stärke heraus mit dem Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) verhandeln kann, um Übergangstarife auch in den Raum Stuttgart zu erreichen."

Die CDU vermutet die Bremser in Pforzheim. Es habe den Anschein, dass die Stadt Pforzheim wieder einmal zum Jagen getragen werden müsse, sagte Scheuermann: "Genauso wie bei der Verlängerung der Stadtbahn über Remchingen hinaus nach Pforzheim." Diese Politik der Stadt belaste das Bemühen des VPE, mit Karlsruhe einig zu werden. Die Erfahrung zeigt nach Auffassung von Kreisrat Kurt Ebel (Remchingen), dass ein verbesserter Tarif auch zu mehr Fahrgäste und damit zu zusätzlichen Einnahmen führe.

Zumindest Übergangstarife seien notwendig, meinte Kreisrätin Christa Pfisterer (Heimsheim). Sie und der Mühlacker Kreisrat Günter Bächle drängten auf Lösungen auch mit dem VVS. Bächle: "Allein Mühlacker hat 5000 Auspendler. 36 Prozent fahren in den Raum Stuttgart." Es könne nicht sein, dass wegen uneinheitlicher Tarife diese zuerst mit dem Auto nach Vaihingen fahren müssen, um erst dann auf die Schiene zu wechseln.

Scheuermann kündigte einen Vorstoß der CDU-Landtagsfraktion mit dem Ziel an, die Landesförderung für Verkehrsverbünde umzuschichten und künftig nur noch die verbundbedingten Mehrkosten zu bezuschussen, wenn größere Verbünde gebildet werden.

"Ein Ziel, eine Fahrkarte, ein Preis" ist Thema einer Podiumsdiskussion, die am 1. April um 19 Uhr im kleinen Saal des Mühlehofs in Mühlacker stattfindet und die gemeinsam von der CDU-Fraktion im Kreistag und im Gemeinderat von Mühlacker veranstaltet wird. Daran nehmen Vertreter von Verkehrsverbünden teil, aber auch Scheuermann und der Mühlacker CDU-Stadtrat Matthias Lieb.
(11.03.2004)