Häckselplätze – wie viel dürfen es sein?
CDU-Kreistagsfraktion kritisiert Vorgehensweise der Kreisverwaltung
 
Mühlacker.  Kritik übte die CDU-Kreistagsfraktion am Donnerstagabend bei ihrer Sitzung in Mühlacker an der Vorgehensweise der Kreisverwaltung in puncto Häckselplätze. Die Absicht, die Zahl dieser 44 Grünschnitt-Sammelstellen im Landkreis zu halbieren, hätte zuerst im zuständigen Kreistagsausschuss vorgetragen werden müssen, sagten die Christdemokraten. Es könne nicht sein, dass die Kreisverwaltung von Gemeinde zu Gemeinde ziehe, Häckselplätze auflösen wolle und vorher nicht klären, ob die Kreisräte mit dieser Politik überhaupt einverstanden sind. Darüber in einer Bürgermeisterversammlung zu informieren, reiche nicht aus. Die CDU appellierte an Landrat Karl Röckinger, bei solchen Entscheidungen die zuständigen Gremien frühzeitig einzubeziehen. In diesem Zusammenhang forderte der Fraktionssprecher im Umweltausschuss des Kreistags, Werner Kiko (Eisingen), die Verwaltung solle rasch ein Gesamtkonzept vorlegen.
„Ich werde hellhörig, wenn die Kreisverwaltung versucht, die Häckselplätze voll in Landkreis-Hände zu geben und dann zu zentralisieren", sagte Fraktionsvorsitzender und Landtagsabgeordneter Winfried Scheuermann (Illingen). Das lasse den Versuch vermuten, diese Plätze zu befestigen, einzuzäunen und möglicherweise beaufsichtigen zu lassen, wodurch Mehr-Kosten entstünden, die die Minderausgaben durch die Reduzierung der Zahl der Plätze bei weitem übertreffen könnten. Wichtiger sei es, die bisher erreichten Einsparungen bei der Haus- und Gewerbemüllentsorgung durch eine Senkung der Müllgebühren 2005 an die Bürger weiterzugeben, statt einen Teil in die Standard-Hebung bei Häckselplätzen zu stecken. Er sei vom Konzept der Kreisverwaltung, zumindest bis jetzt, nicht überzeugt.
Der Mühlacker Kreisrat Günter Bächle sagte, sichergestellt werden müsse, dass das gehäckselte Material vor Ort wieder abgeholt und verwendet werden kann. Die Kreisverwaltung versuche mit der Einschränkung der Zahl der Plätze den Bürgerservice abzubauen, was nicht hingenommen werden könne. Zum Beispiel könne nicht hingenommen werden, dass es in Mühlacker künftig nur noch zwei statt bisher fünf Plätze geben soll. Das schließe nicht aus, so Kreisrat Hans Jürgen Pisch (Mühlacker), auch einmal besser geeignete Standorte zu suchen.
 
(12.11.2004)