CDU-Kreistagsfraktion und –Gemeinderatsfraktion besuchen Berufsschulzentrum Mühlacker:
CDU macht sich für Berufliches Gymnasium am Berufsschulzentrum stark
 
 
Mühlacker. Mit einem Beruflichen Gymnasium wirtschaftlich-technischer Ausrichtung könnte am Berufsschulstandort Mühlacker eine Lücke im Land geschlossen werden. Diese Auffassung vertritt die CDU-Kreistagsfraktion bei einem Gespräch mit den Leitern der Gewerblichen und der Kaufmännischen Berufsschulen an der Lienzinger Straße. An dem Lokaltermin nahmen auch Mühlacker CDU-Stadträte teil, die die Einrichtung eines solchen Gymnasiums unterstützen.
 
Er sei wegen eines solchen zusätzlichen Gymnasiums in Mühlacker im Gespräch mit Kultusminister Helmut Rau sowie dem Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, Stefan Mappus, sagte Landtagsabgeordneter Winfried Scheuermann (Illingen) als Chef der Kreistagsfraktion. Chance sehe er vor allem dann, wenn keine Schulbaufördermittel des Landes benötigt würden. Schon jetzt würden 40 Prozent der Abiturprüfungen nicht an allgemeinbildenden Gymnasien abgelegt, was die Differenziertheit und Durchlässigkeit des Schulsystems belege.
 
Junge Menschen aus dem östlichen Enzkreis, die ein Berufliches Gymnasium besuchen wollen, müssten derzeit erhebliche Wegstrecken bewältigen, ergänzte der Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion Mühlacker und Kreisrat Günter Bächle. Ein solch zusätzliches Angebot stärke den Berufsschulstandort Mühlacker und strahle auch in den Mittelbereich Vaihingen hinein. Die Mühlacker Kreisrätin Ute Fleig betonte, hierdurch könne auch der Rückgang bei der Wirtschaftsschule ausgeglichen werden.
 
Bei dem Besuch der beiden Fraktionen informierten Hans Wagner, Direktor der gewerblichen Ferdinand-von-Steinbeis-Schule, sowie Rainer Schork, Leiter der kaufmännischen Georg-Kerschensteiner-Schule. Beide Schulen werden von 1400 jungen Menschen besucht. Die Schulleiter lobten, der Enzkreis habe immer für eine hervorragende Ausstattung der beiden Schulen gesorgt. Derzeit liefen auch wichtige Sanierungsarbeiten an den Gebäuden. Abwarten müsse man, ob der konjunkturelle Einbruch zu einem Rückgang an Lehrstellen führt, was dazu führen würde, dass die beruflichen Vollzeitschulen stärker nachgefragt werden. Wagner sagte, Betriebe hätten signalisiert, sie wollten ihre Ausbildungskapazitäten beibehalten.
 
Neu sei, so Wagner, dass Jugendliche mit Hauptschulabschluss ohne Ausbildungsplatz im Berufseingangsjahr (BEJ) einer Kompetenzanalyse zu unterziehen seien. Darauf bereiteten sich derzeit Lehrkräfte vor. Ziel sei es, die jungen Menschen dann individuell fördern zu können. Im BEJ sollen Grundkenntnisse über Berufsfelder vermittelt werden.
 
Offen ist nach Angaben von Wagner und Schork, wie sich die Weiterentwicklung der Hauptschulen zu Werkrealschulen auf die Berufsschulen auswirkt. Wer an der Realschule oder an der Werkrealschule die mittlere Reife erwerbe, brauche dies an einer beruflichen Schule nicht mehr. Auf diese Entwicklung müssten sich die Berufsschulen einstellen, allerdings seien die Folgen der neuen Konzeption noch nicht absehbar. Geplant sei vom kommenden Schuljahr an eine Kooperation zwischen Schillerschule und Steinbeis-Schule: Hauptschüler sollen jeweils einmal pro Woche in der Berufsschule Einblick in Berufsfelder bekommen.
 
In Zusammenarbeit mit der Gewerblichen will die Kaufmännische Berufsschule eine zweijährige Fachschule für Wirtschaft, Fachrichtung Betriebswirtschaft mit den Profilen erneuerbare Energie und Büromanagement einrichten. Schork: „Diese Fachschule für Energiewirtschaft wäre einmalig im Land Baden-Württemberg.“ Derzeit laufe das Antragsverfahren, er hoffe auf einen Start im Jahr 2010. Die CDU-Kreisräte begrüßten dieses Projekt.
 
Erfolgreich ist laut Schork die Fachschule für Lagerlogistik. Die Berufsfachschule Büro und Handel habe sich um eine Klasse reduziert, die Schülerzahl bei der Wirtschaftsschule sei leicht zurückgegangen. Als möglich nannte er einen weiteren Ausbau der Berufskollegs: „Dies wäre mittelfristig sicherlich auch eine Lösung.“ Vor dem Hintergrund ansteigender Schüler- und Klassenzahlen plädierte Schork dafür zu prüfen, ob die mobilen Klassenzimmer im Bedarfsfall kurzfristig noch aufgestockt werden können.
 
 
Die Schulleiter Hans Wagner (Zweiter von links) und Rainer Schork (Mitte) mit den Kreis- und Stadträten der CDU, darunter die Fraktionsvorsitzenden und Kreisräte Winfried Scheuermann MdL (Dritter von rechts) und Günter Bächle (Vierter von links).