CDU-Kreistagsfraktion kritisiert OB Hager
 
Pforzheim/Mühlacker. „Das landesweit wohl größte Wirtschaftsgymnasium in Pforzheim darf nun noch größer werden und gönnt Mühlacker nicht einmal ein kleines Stück vom Kuchen in Form eines Technischen Gymnasiums“, kommentierte die CDU-Kreistagsfraktion Enzkreis bei ihrer Sitzung am Donnerstagabend im Pforzheimer Landratsamt die Einwände des Pforzheimer Oberbürgermeisters Gert Hager wegen der geplanten Einrichtung eines beruflichen Gymnasiums am Berufsschulzentrum Mühlacker. Die Fritz-Erler-Schule Pforzheim erhalte nun neben den bereits bestehenden sechs Parallelklassen Wirtschaftsgymnasium eine weitere siebte Klasse dazu. Mühlacker bekomme ein einzügiges Technisches Gymnasium mit  maximal 30 Schüler und bei Bedarf zwei Profilen. „Das ist ein guter Anfang“, so die CDU-Fraktion im Kreistag. Pforzheim gehe nichts ab, tue aber seit vielen Monaten so, als gefährde ein berufliches Gymnasium in Mühlacker die Existenz von Klassen in Pforzheim. Immer wieder habe die Stadt Pforzheim die Pläne für Mühlacker blockiert, obwohl das Regierungspräsidium Karlsruhe sie für sinnvoll angesehen habe, so Fraktionsvorsitzender Günter Bächle (Mühlacker). Landtagsabgeordneter Winfried Scheuermann bezeichnete die Reaktion von Oberbürgermeister Gert Hager als unverständlich und nicht mehr nachvollziehbar. Nicht der Enzkreis habe die Gespräche mit Pforzheim abgebrochen, sondern umgekehrt werde ein Schuh daraus, so die CDU-Fraktion: „Die Stadt Pforzheim meldete sich im Frühjahr ab und dachte wohl, so die Pläne für Mühlacker torpedieren zu können.“ Interessant sei, dass auch die Terminpläne für Gespräche zwischen den Spitzen des Enzkreises und der Stadt Pforzheim, zusammen mit den Fraktionsvorsitzenden in Kreistag und Gemeinderat von Pforzheim, gescheitert seien. Vom neuen Stil im Umgang mit dem Umland sei derzeit wenig zu spüren, so die CDU-Kreistagsfraktion. „Offenbar ist das Umland nur gefragt, wenn Projekte in Pforzheim mitbezahlt werden sollen.“ Mit der Reaktion auf die Schulpläne am Berufsschulzentrum Mühlacker habe das Oberzentrum Pforzheim seine Chancen nicht gewahrt: „Die Pläne sind nicht gegen die Stadt Pforzheim, sondern für die Stärkung unserer gemeinsamen Region.“
 
(26.11.2010)