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Aischbühl-Eigentümer pochen auf Vertrauensschutz
Beim CDU-Lokaltermin auch einen Bebauungsplan für den westlichen Teil gefordert - Wohngebiet der kurzen Wege
Mühlacker. Für die Ausweisung des Aischbühl als innenstadtnahes
Wohngebiet sprach sich die überwiegende Mehrheit der Besucher beim
samstäglichen Lokaltermin der CDU-Gemeinderatsfraktion aus, wie
es in einer Pressemitteilung der Union heißt. Nicht nur für
Aischbühl-Ost, sondern gleich auch für Aischbühl-West
solle jetzt ein Bebauungsplan aufgestellt werden.
"Seit Jahren verspricht uns die Stadt, dass der Aischbühl nach
dem Stöckach das nächste Baugebiet wird", hieß es bei
der stark besuchten Vor-Ort-Aktion unter Leitung des Fraktionsvorsitzenden,
Stadtrat Günter Bächle. Aischbühl-Flächen seien
im Zuge der Gemeindereform Anfang der siebziger Jahre von Ötisheim
zur Stadt Mühlacker gekommen, um eine städtebauliche Arrondierung
in diesem Bereich zu ermöglichen. Diese Umgliederung zur Senderstadt
sei damals der Preis für die Selbstständigkeit von Ötisheim
gewesen.
Der Aischbühl befinde sich seit Jahrzehnten im rechtskräftigen
Flächennutzungsplan der Stadt Mühlacker und werde sowohl vom
Finanzamt als auch von der Stadtverwaltung als Bauerwartungsland eingestuft.
Vor vier Jahren habe er, so ein Teilnehmer des Lokaltermines, nach Rückfragen
bei der Stadt 100 Mark pro Quadratmeter für einen Platz bezahlt;
eine Erfahrung, die auch von anderen bestätigt wurde.
Fraktionsvorsitzender
Bächle sagte, der Gemeinderat habe erst im vergangenen November
im Rahmen der Stadtentwicklungsplanung mehrheitlich beschlossen, den
Aischbühl als künftiges Wohngebiet auch in den neuen Flächennutzungsplan
aufzunehmen. Dies sei eine Frage des Vertrauensschutzes. Die CDU-Fraktion
stehe zu diesem Beschluss und damit zu ihrem Wort. Auf Unverständnis
stieß, dass in der neuerlichen Vorlage der Stadtverwaltung zur
Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik am kommenden Dienstag
dieser Beschluss mit keinem Wort erwähnt wird. Statt dessen mache
die Stadtverwaltung erstmals vehement Front gegen Aischbühl-West,
offensichtlich eine Folge im Wechsel im Amtes des Oberbürgermeisters.
Die Unionsfraktion werde nicht hinnehmen, dass der gültige Gemeinderatsbeschluss
durch die neue Verwaltungsspitze untergraben wird.
In der Diskussion wurden meist Argumente für die Ausweisung genannt:
Kurze Wege zur Innenstadt, zum Bahnhof und zum Busbahnhof. Dies sei
ein umweltpolitischer Vorteil. Aischbühl-West bestehe teilweise
aus reinen Grasflächen, nur ein Teil der Streuobstbestände
werde noch gepflegt. Wie jeder Eingriff in die Landschaft durch ein
Baugebiet sei auch dieser auszugleichen. Dies erscheine genauso machbar
wie ein Lärmschutz zur Bahn hin. "Alle Fragen, auch die kritischen
Punkte, sind in einem Bebauungsplanverfahren zu klären", ist Meinung
der Fraktion. Es müsse eine lockere Bebauung ermöglicht werden.
Für den herkömmlichen schwäbischen Familienhausbau biete
sich "Aischbühl" geradezu an. Mühlacker könne nicht nur
verdichtete Bauformen vorsehen.
Ein besonders kritischer Punkt war der bereits im Verfahren befindliche
Bebauungsplan Aischbühl-Ost, weil sich die Eigentümer des
Anwesens Ulmer Schanz 14 gegen die Durchtrennung ihres Grundstückes
mit zwei Straßen wehren. Hier gebe es sicherlich, so die Union,
noch andere Lösungen, mit denen die Eigentümer leben könnten.
Diese Probleme der Erschließung ließen sich auch leichter
lösen, wenn gleichzeitig "Aischbühl-West" geplant werde und
so ein Gesamtkonzept mit einer südwestlichen Erschließung
entstehe.
An dem Lokaltermin nahmen für die Fraktion auch die Stadträte
Erika Gerlach, Ute Fleig, Dieter Eberle, Wolfgang Buchtala, Matthias
Trück, Hermann Gommel, Theo Bellon, Dr. Thomas Pendinger und Matthias
Lieb sowie CDU-Stadtverbandsvorsitzender Wolfgang Schreiber teil.

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