Die Flasche Sekt und ein Ratsbeschluss:
Stadtrat fordert Waage für Mühlhausen


Mühlacker-Mühlhausen. „Wie ernst nimmt die Stadtverwaltung einen Beschluss des Gemeinderates“, fragt sich CDU-Stadtrat Wolfgang Schreiber und hat den Eindruck, dass zumindest in puncto städtischer Waage in Mühlhausen die Verwaltung einen Ratsbeschluss kurzerhand beiseite schob. In einem Schreiben an Oberbürgermeister Arno Schütterle bezieht sich Schreiber laut Pressemitteilung seiner Fraktion auf die Entscheidung des Gemeinderates vom 9. Dezember, den Betrieb der städtischen Waagen einzustellen, wenn sich keine private Betreiber finden. Deshalb solle der Waagebetrieb zuerst öffentlich ausgeschrieben werden. „Doch fast gleichzeitig mit diesem Beschluss kamen zwei Mitarbeiter des zuständigen Amtes der Verwaltung mit einer Flasche Sekt nach Mühlhausen, um den Betreiber der Waage zu verabschieden.“ Offenbar habe die Verwaltung sich schon auf die Schließung der Waage eingestellt und gar nicht an eine Privatisierung trotz Ratsbeschlusses gedacht. „Eine unglückliche Maßnahme zur falschen Zeit“, meint der Stadtrat. Dabei sei der Betreiber durchaus bereit, die Waage privat zu betreiben, wenn die Stadt die fällige turnusmäßige Eichung übernimmt. Schreiber: „Zu einer Stadt wie Mühlacker mit ihren Stadtteilen gehört eine Waage.“

(07.01.2004)