Kelter in Lienzingen: Sanierungsbedarf umfassend, aber nicht akut
Stadtverwaltung beantwortet Anfrage der CDU-Stadträte Günter Bächle und Matthias Lieb - Warten aufs Sanierungsprogramm des Landes
 
Mühlacker-Lienzingen. Der Sanierungsbedarf ist der Kelter im Stadtteil Lienzingen ist hoch, wenngleich die Standsicherheit des Bauwerks nicht akut gefährdet erscheint, heißt es in einer Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der beiden CDU-Stadträte Günter Bächle und Matthias Lieb.
 
Im Inneren sorgt laut Stadtverwaltung die starke Nutzung durch den Kelterbetrieb immer wieder für Nässe an den Stützenfüßen, obwohl diese auf Sandsteinsockeln stehen. Auf den umlaufenden, auf Steinsockeln aufliegenden Schwellen seien deutliche feuchte Spuren vorhanden. Außerdem gebe es Anzeichen dafür, dass der in den früheren Jahren einmal vorhandene Schädlingsbefall wieder auflebt: "Hier werden wir eine genauere Untersuchung vornehmen."
 
Allein wegen der relativ großen Querschnitte der insgesamt stabilen Konstruktion sei die Konstruktion nicht als akut gefährdet anzusehen. Die Fassade zeige die altersbedingten Verschleißerscheinungen, auch hier seien Feuchte und Witterungsschäden festzustellen.
 
Der östliche Anbau an der Kelter - vom TV Lienzingen auf 99 Jahre gepachtet - wird derzeit vom Bauhof als Lager für Verkehrsbeschilderung etc. und als Stellplatz für das Streufahrzeug genutzt, schreibt die Stadtverwaltung weiter: "Dort ist das Dach insbesondere undicht, die Dachschalung fault." Der Dielenboden sei abgängig und vermutlich nur infolge von Öleintrag von der Oberfläche her nicht vollständig verrottet.
 
Der Instandsetzungsbedarf ist umfassend, wenn auch nicht von akuter Dringlichkeit, so die Bewertung im Rathaus. Deshalb schlägt die Stadtverwaltung vor, den Zustand und Investitionsbedarf der Kelter erst dann abschließend zu untersuchen, wenn das Sanierungsgebiet Lienzingen ausgewiesen wird. Kleinere Schäden, die im laufenden Betrieb entstehen, würden, soweit möglich, vom Bauhof beseitigt.
 
Mit ihrer Anfrage griffen die beiden Stadträte Anliegen von Bürgern auf, die bei einer öffentlichen Veranstaltung der CDU-Gemeinderatsfraktion in Lienzingen an sie herangetragen worden waren. Bächle und Lieb setzen darauf, dass Lienzingen bald die Aufnahme in das Sanierungsprogramm des Landes schafft, um für öffentliche und private Maßnahmen einen 60-Prozent-Zuschuss des Landes zu erhalten.
 
(12.04.2004)