Großglattbacher vermissen Regenunterstand auf ihrem Friedhof - Stadtverwaltung will lieber Änderung am Bestattungsablauf
 
Mühlacker-Großglattbach - Die Errichtung eines Regenunterstandes beim Zellengebäude auf dem Friedhof Großglattbach wurde vom Grundstücks- und Gebäudemanagement der Stadtverwaltung untersucht und Kosten - selbst bei einfacher Form - von 27.000 Euro berechnet, heißt es in einer Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der CDU-Stadträte Günter Bächle und Heinz-Peter Hennig. Der Regenunterstand, so die Christdemokraten, solle Schutz bieten bei Beerdigungen.
 
Bächle und Hennig hatten den Wunsch von Bürgern nach einem solchen Vordach aufgegriffen, der bei einer öffentlichen Veranstaltung der CDU-Gemeinderatsfraktion im Herbst in Großglattbach mehrfach vorgebracht worden sei. Doch nach Ansicht der Stadtverwaltung, so die Antwort laut Mitteilung der CDU-Ratsfraktion, sollte der Regenunterstand nicht gebaut werden, "weil Mittel im Haushalt nicht vorgesehen sind und angesichts der schönen Natursteingebäude ein in unmittelbarer Nähe zu errichtendes Regendach hohen architektonischen Forderungen genügen müsste, ansonsten könnte ein solches Bauwerk als Fremdkörper empfunden werden und das Bild des Friedhofs nachhaltig beeinträchtigen." Das Vorhaben sei deshalb seit einem Bericht im Gemeinderat im Jahr 2002 nicht mehr weiter verfolgt worden. Von der Unteren Denkmalschutzbehörde seien bisher auch noch keine Gespräche mit dem Landesdenkmalamt wegen der Realisierung des Regenunterstandes beim Zellengebäude geführt worden.
 
Großglattbach ist der einzige Teilort, bei dem der Trauergottesdienst in einer nicht der Stadt gehörenden Kirche stattfindet, schreibt die Stadtverwaltung den CDU-Stadträten. "Der Sarg wird auch nicht in die Kirche gebracht, sondern verbleibt bis zum Ende des Gottesdienst beim Zellengebäude." Nach dem Trauergottesdienst singe zunächst noch einmal der Chor beim Zellengebäude, bevor dann die Beisetzung auf dem Friedhof erfolge. Die Friedhofsverwaltung habe nun mit der Evangelischen Kirchengemeinde Großglattbach Kontakt aufgenommen. "Da bauliche Veränderungen in den nächsten Jahren nicht zu erwarten sind, könnten Verbesserungen nur durch Veränderungen des Bestattungsablaufs erreicht werden." Von der Kirche wurde laut Stadtverwaltung die Anregung aufgenommen und bedürfe weiterer kircheninterner Überlegungen. Bei kirchlichen Bestattungen sei es letztendlich die Entscheidung jedes Geistlichen, wie er die Trauerfeier gestaltet und welchen Ablauf er wählt. Der Ablauf von Bestattungen in den einzelnen Gemeinden gehöre zu den schwierig zu verändernden Teilen jedes Gemeinwesens, weil sich in jeder Gemeinde über die Jahrzehnte ein jeweils individueller Ablauf eingespielt habe, schreibt die Stadtverwaltung in ihrer Antwort auf die Eingabe der Stadträte.
 
(30.01.2004)