CDU-Stadtrat Schreiber fordert T-DSL unter anderem auch für Mühlhausen und
Großglattbach
 
Mühlacker. Die Telekom wirbt dafür, doch wer sich für einen dieser schnelleren und leistungsfähigeren Datenübermittlungs-Anschlüsse interessiert, geht trotzdem manchmal leer aus: T-DSL oder auch nur DSL gibt es nicht allerorten. Anschlussmöglichkeiten fehlen auch in Stadtteilen Mühlackers. CDU-Stadtrat Wolfgang Schreiber kritisiert in einem Schreiben an den Unions-Bundestagsabgeordneten Gunther Krichbaum die Haltung der Telekom: „Sicher können Sie sich vorstellen, dass die Aussagen der Telekom uns Bürger als potentielle Nutzer der schnellen IT-Anbindung nicht befriedigen."  Nach seinem Kenntnisstand liegt der Netzknoten der Telekom in der Kernstadt von Mühlacker, in der Kernstadt seien auch keine Probleme bekannt. Die Probleme lägen in den Stadtteilen. Speziell im Ortsteil Mühlhausen würden seit längerer Zeit einzelne Anschlüsse mit DSL (nicht T-DSL) bedient, anderen Antragstellern sei der Anschluss  mit der Begründung  „technisch nicht machbar" abgelehnt worden. „Das versteht der Bürger nicht, er möchte  gleich behandelt werden und zwar mit dem leistungsfähigen Anschluss, dafür wirbt die Telekom ja täglich." Das Angebot eines DSL-Anschlusses würden in Mühlhausen sofort etwa 15 Telekom-Kunden in Anspruch nehmen. In anderen Stadtteilen (zum Beispiel Großglattbach) bestehe für gewerbliche Nutzungen der Bedarf von T-DSL, konkret drohen laut Stadtrat Schreiber Gewerbeansiedlungen  an der schlechten Versorgung zu scheitern.
Daraufhin hat Krichbaum seinen Fraktionskollegen Johannes Singhammer aus München in dessen Eigenschaft als Vorsitzender des Beitrags der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post eingeschaltet. Singhammer setzte sich inzwischen mit dem zuständigen Bereichsvorstand der Deutschen Telekom AG in Verbindung, bat um eine Prüfung der Mühlackerer Verhältnisse und verlangte zudem von der Bundesregierung eine Erstellung eines Breitband-Internet-Atlas und eines Versorgungsplanes für nicht und unterversorgte Regionen, teilte die CDU-Gemeinderatsfraktion Mühlacker in einer Presseerklärung mit.
 
Stichwort: DSL -  die Technik: Ein normales Modem an einer normalen analogen Telefonleitung schafft eine Datenübertragungsrate von maximal 56 Kilobit Pro Sekunde (kBit/s). Etwas schneller ist da schon ein ISDN-Zugang mit 64 kBit/s. Benutzt man die so genannte Kanalbündelung, verdoppelt sich die Geschwindigkeit, aber leider auch die Kosten. Zum Herunterladen von größeren Dateien kann das dennoch sinnvoll sein.
     Das Tempolimit von 56 kBit/s für Analoganschlüsse ist jedoch nicht die wirkliche Grenze der Analogtechnik. Vielmehr werden die Analogsignale in der Vermittlungsstelle ebenfalls in 64-kBit-ISDN umgesetzt - und diese Umsetzer geben die maximale Datenrate vor. Verwendet man bessere Umsetzer, lassen sich auch deutlich mehr Bits pro Sekunde über das gute alte Kupferkabel jagen.
     Das Stichwort heißt DSL. Diese "Digital Subscriber Line" benötigt zwei Modems, eins in der Vermittlungsstelle des Anbieters und eins beim Kunden. Die DSL-Technik nutzt die Tatsache, dass der herkömmliche analoge Telefonverkehr im Kupferkabel nur Frequenzen bis 4 kHz belegt. Theoretisch jedoch sind auf Kupferleitungen Frequenzen bis 1,1 MHz möglich. Durch Aufsplitten der Bandbreite in unterschiedliche Kanäle, z.B. für Sprach- und Dateninformationen, und die Nutzung der bislang "toten" höheren Frequenzbereiche, puschen heutige DSL-Technologien das Kupferkabel auf Übertragungsraten von bis zu 52 MBits/s - abhängig von der eingesetzten DSL-Variante. (Quelle: www.teltarif.de)
 
(10.01.2005)