„Obere Au“-Bebauung weiterhin umstritten –
CDU-Gemeinderatsfraktion spricht mit den Beteiligten
 
 
Mühlacker-Lomersheim. Auf starkes Interesse der Anwohner von Gartenstraße, Austraße und Vogelsangstraße stieß der Lokaltermin der CDU-Gemeinderatsfraktion im geplanten Baugebiet  „Obere Au“. Dies sei, sagte Fraktionsvorsitzender Günter Bächle, ein typisches Beispiel dafür, wie schwierig die auch von der Landesregierung als Maßnahme gegen den Flächenverbrauch immer wieder geforderte Innenentwicklung ist. Nach sieben Jahren Diskussion müsse endlich Klarheit für alle geschaffen werden. Um dies zu erreichen, sei ein möglichst breiter Konsens mit den Beteiligten notwendig. Die Stadtverwaltung habe den Eigentümer aufgefordert, bis spätestens 30. Juni die auf dem früheren Gewächshäuser-Gelände herum liegenden Betonbrocken zu beseitigen, die eine Gefahr für spielende Kinder darstellten, aber auch optisch störend seien.
 
Die von der Stadtverwaltung geplante rückwärtige Erschließungsstraße stieß, so die CDU-Fraktion in einer Pressemitteilung, auf eine breite Ablehnung und werde für Geländeverschwendung gehalten. Kritisiert wurde, dass der Gemeinderat das Bebauungsplan-Gebiete "Obere Au" erweitert hat und dadurch verschiedene Probleme zusammenspannt: Die umstrittene Bebauung an der Austraße als ein kontrovers diskutiertes Thema, die Höhenveränderungen der Gebäude an der Straße Obere Au/Vogelsangstraße als ein anderes, weshalb Betroffene forderten, die Erweiterung des Plangebiets zurückzunehmen und die eineinhalbstockige Bebauung zu sichern.
 
Als weiterer kritischer Punkt bestätigten sich die Erschließungsbeiträge, die Anlieger von Gartenstraße und Austraße bei der Realisierung des Baugebiets „Obere Au“ bezahlen sollen. Ein Anwohner der Gartenstraße trug vor, er habe der Stadtverwaltung den Nachweis vorgelegt, dass 1933 die Gartenstraße schon vorhanden war. Bestand reklamieren auch die Anlieger der Austraße.
Das führte letztlich zur Frage, ob es sich um historische Straßen handelt, für die keine Beitragspflicht anfällt. Die CDU-Fraktion sicherte zu, diese Frage in den weiteren Beratungen zu klären, wobei der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Wolfgang Schreiber sagte, entscheidend sei, ob es sich nur um einen befestigten Feldwege handelte, der als Kriterium für eine historische Straße nicht ausreichend sei.
 
Generell wurde auch gewünscht, das Gebiet nicht zu dicht zu bebauen. Die CDU-Stadträte sagten, schon jetzt bestehe auf einem Teil der Fläche ein Baurecht, das das Verwaltungsgericht bestätigt habe.
 
An dem Ortstermin nahmen auch die Stadträte Angelika Mauch, Wolfgang Buchtala, Erika Gerlach, Dr. Patricia Schraishuhn, Erika Langner, Dr. Ulrich Steigerwald und Matthias Trück sowie Kreisrätin Ute Fleig teil.
 
(04.06.2008)