BAB-Umleitung Mühlacker:
CDU unterstützt Bürgermeister Abicht: Anschlussstelle Pforzheim-Ost muss offen bleiben – Sonst zusätzliche Belastung von Mühlacker befürchtet  – Vor allem Enzstraße, Herrenwaag und Ötisheimer Straße wären betroffen  - Fraktion will Verkürzung der Bauzeit durch längeres werktägliches Arbeiten
 
Mühlacker. Die CDU-Gemeinderatsfraktion unterstützt Mühlackers Bürgermeister Winfried Abicht in der Forderung, während der Bauarbeiten auf der Autobahn die Anschlussstelle Pforzheim-Ost nicht zu schließen. Denn die Senderstadt befürchtet, dass sonst ein Teil des Ausweichverkehrs zusätzlich die Bundesstraße 10 in Mühlacker, Enzstraße, Herrenwaag und Ötisheimer Straße, aber auch die B 35 bei Lienzingen belastet. „Das können und wollen wir nicht einfach hinnehmen“, heißt es in einer Pressemitteilung vom Wochenende.
 
Für die CDU hatte Fraktionsvorsitzender Günter Bächle in der jüngsten Sitzung des Gemeinderatsausschusses für Umwelt und Technik angefragt, wie sich die geplante zeitweise Schließung der Anschlussstelle auf Mühlacker auswirken wird. Inzwischen liegt die Antwort von Bürgermeister Abicht an die CDU-Gemeinderatsfraktion vor.
 
Die Autobahn A 8 in Fahrtrichtung Stuttgart befinde sich zwischen den Anschlussstellen Pforzheim-Nord und Pforzheim-Süd in einem äußerst schlechten Zustand. Dort lägen teilweise noch Betonplatten aus den 30-iger Jahren. Mit einer Sanierung dieses Streckenabschnitts bis zum geplanten Ausbau der A8 könne aus Sicherheitsgründen nicht zugewartet werden. Es bestehe dringender Handlungsbedarf, zitiert Abicht das Regierungspräsidium.
 
Die Bauarbeiten beginnen demnach eventuell am 7. oder 14. Juli, als Bauzeit seien etwa fünf Monate veranschlagt worden. Aufgrund der Gefällstrecke und den dort sehr beengten Verhältnissen - schmale Brückenbauwerke – solle aus Sicherheitsgründen die Anschlussstelle Pforzheim-Ost für die Dauer der Bauarbeiten geschlossen werden: Über diese Anschlussstelle könne dann die Autobahn weder erreicht noch verlassen werden. Der Verkehr auf der A 8 werde aufrechterhalten. Ein Ein- oder Ausfädeln bei Pforzheim-Ost  sei aus Sicherheitsgründen nach Auffassung des Regierungspräsidiums Karlsruhe nicht möglich. Die Zufahrtsäste würden ebenfalls saniert und dienten auch als Baustellenzu- und abfahrt.
 
Der Verkehr aus Mühlacker zur A 8 beziehungsweise von der A 8 nach Mühlacker soll entsprechend der Pläne des Regierungspräsidiums laut Abicht umgeleitet werden:
 
 
Es soll laut Abicht deshalb auf die Strecke Landestraße 1134 Enzstraße - Dürrmenz - Pinache - Wiernsheim - Wurmberg - A 8 Anschlussstelle Pforzheim-Süd ausgewichen werden. Das Regierungspräsidium plane, die Ampelanlage in Mühlacker an der B 10/L 1134 Enzstraße und der B 10/L1132 Ötisheimer Straße an die geänderten Verkehrsverhältnisse anzupassen.
 
Durch die Sperrung der Anschlussstelle Pforzheim-Ost sei insbesondere der Ziel- und Quellverkehr von Mühlacker und Ötisheim zur A 8 beziehungsweise in umgekehrter Richtung betroffen und grundsätzlich nicht der Transitverkehr wie bei der Sperrung der B35, heißt es in dem Schreiben von Abicht an den Fraktionsvorsitzenden Bächle.
 
Auf Antrag der Gemeinde Niefern-Öschelbronn werde Ende Mai 2008 eine nochmalige Besprechung mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe erfolgen. Abicht: „Dabei sollen nochmals Überlegungen in alle Richtungen angestellt werden, von einer dauerhaften und absoluten Schließung von Pforzheim-Ost abzukommen.“  Ziel der Stadt Mühlacker werde es sein, vor allem die seit längerem durch die Gemeinde Niefern-Öschelbronn gewünschte dauerhafte Verlegung der Umleitungsstrecke 26 zu verhindern.
 
Die Stadt Mühlacker sieht aufgrund, so schreibt Abicht, der großen Sicherheitsbedenken des Regierungspräsidiums nur geringe Chancen, dass die Anschlussstelle Pforzheim-Ost während den Bauarbeiten geöffnet werden kann. „Wir werden dies jedoch nachdrücklich fordern.“ Denn m Falle eines Ausleitungsereignisses auf der A8 sei  in Mühlacker sowohl auf der B 10 als auch auf der B 35 mit einem deutlich stärkeren Verkehr zu rechnen.
 
Fraktionsvorsitzender Bächle kündigte an, bei den Landtagsabgeordneten mit dem Ziel vorstellig zu werden, sich für eine Verkürzung der Bauzeit auf der Autobahn durch Arbeiten an den Samstagen und werktäglich bis zum Einbruch der Dunkelheit einzusetzen. Es sei nicht hinzunehmen, dass Mühlacker neben dem schon zu beklagenden Mautausweichverkehr auf B 35 und B 10 zusätzlich wegen der  Bauarbeiten und der Schließung der Anschlussstelle Pforzheim belastet wird.
 
(24.05.2008)