CDU-Stadträte: Zunehmend Beschwerden wegen B-35-Lärm
 
 
Mühlacker-Lienzingen. Auf die zunehmende Zahl von Beschwerden aus dem Stadtteil Lienzingen über den von der Bundesstraße 35 ausgehenden Lärm wies der Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion, Stadtrat Günter Bächle, in einem Schreiben an Bürgermeister Winfried Abicht hin. Durch die starke Zunahme des Schwerlastverkehrs in den vergangenen Jahren, die sich auch durch die vom Land Baden-Württemberg vorgenommenen Zählungen belegen ließen, gebe es weitaus mehr Krach.
 
„Allein im Bereich der Schelmenwaldstraße und bei der Frauenkirche gibt es eine offene Lärmflanke“, so Bächle, der zusammen mit seinem Lienzinger Fraktionskollegen Matthias Trück betonte, dass etwa durch die Steigungsstrecke bei der Brücke auf Höhe der Frauenkirche der Lärm bis hoch ins Wohngebiet Vordere Raith, aber auch hinter den Lärmschutzwall am Wohngebiet Gaiern-Neuwiesen  getragen werde. Inzwischen hätten sich ebenfalls Anwohner des östlichen Teils der Friedrich-Münch-Straße generell über Krach von der B 35 her beschwert. Gemeinhin ließen sich Lärmschutzmaßnahmen nur dann durchsetzen, wenn an einer Straße bauliche Veränderungen erfolgt sind. Dies sei zwar an der B 35 in Lienzingen nicht der Fall, doch die CDU-Fraktion vertritt die Auffassung, dass „eine Veränderung des Belastungs-Charakters  - in diesem Fall die überaus starke Erhöhung des Lkw-Anteils - auch greifen muss“. Deshalb solle die Stadtverwaltung bei Bund und Land nicht nur den Lärmschutz entlang von Schelmenwaldstraße und Frauenkirche fordern, sondern auch für die Friedrich-Münch-Straße Ost.
 
Der Gemeinderat habe sich immer wieder für ein Lkw-Durchfahrtsverbot oder für eine Bemautung der B 35 ausgesprochen, um jenen zu begegnen, die die mautpflichtige Autobahn meiden wollen. Entsprechende Aktionen der Stadt Bretten seien  unterstützt worden. Doch in all diesen Fällen liege der Schlüssel in Stuttgart, genauso wie beim Lärmschutz. Die CDU-Fraktion hat deshalb die Abgeordneten der Union gebeten, sich entsprechend zu engagieren. Zudem sei jeder Stau auf der Autobahn Pforzheim-Leonberg auf der B 35 bei Lienzingen zu spüren.
 
Die Umgebungslärmrichtlinie der Europäischen Union bringe derzeit noch keine Hilfe.  „In der ersten Kartierung war die B 35 bekanntlich nicht beinhaltet“, so Bächle an Abicht. Und die zweite Phase der Lärmerhebungen ende erst 2012. „Solange wollen und können wir nicht warten.“ Deshalb solle die Stadt die Lärmentwicklung – ähnlich wie an der Stuttgarter Straße im Zuge der B 10 – selbst erheben lassen.
 
(02.05.2008)